Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass die CSU mit ihrer absoluten Mehrheit in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Grünwald am 12.05.2026 erneut sämtliche Bürgermeisterämter ausschließlich mit Kandidaten aus den eigenen Reihen besetzt hat.
Bereits seit mehreren Legislaturperioden (2014) verzichtet die CSU damit darauf, zumindest eines der weiteren Bürgermeisterämter parteiübergreifend zu vergeben und auch den anderen Parteien und Wählervereinigungen Verantwortung im Rathaus zu übertragen. Bei der
einstimmigen Wahl von Herrn Weidenbach zum 2. Bürgermeister, auch mit unseren Stimmen, haben wir gezeigt, wie wichtig uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg im Gremium ist.
Selbstverständlich erkennen wir das Wahlergebnis und die starke Stellung der CSU im Gemeinderat sowie die direkte Wahl des Ersten Bürgermeisters ausdrücklich an. Eine absolute Mehrheit bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, alle wichtigen Funktionen ausschließlich innerhalb einer Fraktion zu vergeben. Gerade das Amt des Dritten Bürgermeisters hätte ein wichtiges Zeichen für Zusammenarbeit, politische Kultur und den Zusammenhalt in unserer Gemeinde sein können.
Aus unserer Sicht hätten viele Gründe dafür gesprochen, die von PBG, FDP, SPD und GRÜNEN vorgeschlagene Gemeinderätin Ingrid Reinhart (Grüne) in dieses Amt zu wählen:
• Repräsentation aller Bürgerinnen und Bürger: Auch die Wählerinnen und Wähler der Oppositionsparteien (bei uns ca. 45 %) sind Teil unserer Gemeinde und verdienen Sichtbarkeit sowie Mitwirkung auf verantwortungsvoller Ebene.
• Stärkung des demokratischen Miteinanders: Ein parteiübergreifend besetztes Bürgermeisteramt hätte gezeigt, dass in Grünwald Sachpolitik und Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg möglich sind.
• Mehr Perspektiven in der Gemeindepolitik: Unterschiedliche politische Blickwinkel bereichern Entscheidungen und tragen dazu bei, ausgewogenere Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger zu finden.
• Signal der Offenheit und Integration: Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung wäre ein gemeinsames Vorgehen ein wichtiges Zeichen für Respekt und gegenseitige Anerkennung gewesen.
• Das Amt des Dritten Bürgermeisters ist traditionell auch ein Integrationsamt: In vielen Gemeinden wird bewusst einem Vertreter der Opposition Verantwortung übertragen, ohne die Mehrheitsverhältnisse infrage zu stellen.
Wir bedauern daher, dass die CSU erneut die Chance verpasst hat, ein Zeichen für ein modernes und kooperatives Verständnis kommunaler Politik zu setzen. Unabhängig davon werden wir weiterhin konstruktiv, sachorientiert und engagiert für die Interessen aller Grünwalder Bürgerinnen und Bürger arbeiten.
Grünwald, 13.05.2026
Ingrid Reinhart
Fraktionsvorsitzende GRÜNE




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