Dienstag, 14. April 2026, Münchner Merkur – Süd / Landkreis
Von Blühwiesen bis Bauplanung
Neues Klimaanpassungskonzept für Grünwald bündelt Projekte und Vorhaben
Grünwald – Im Grunde betreibt die Gemeinde Grünwald seit Jahren eine extrem umweltfreundliche Politik. Dass sie nun einen Maßnahmenkatalog gemeinsam mit dem Landkreis München ausgearbeitet hat, ist eine zusätzliche Fleißarbeit, die sich auf über 60 Seiten manifestiert. Sie beschreibt schon Erreichtes, mitunter auch Selbstverständlichkeiten, und dient als Basis für künftige Maßnahmen. Das Papier stellte jetzt Klaus Pitterle vom Umweltamt im Gemeinderat vor und klärte über die Bandbreite des Katalogs auf. Dahinter steht ein breites Bündel von Ansätzen, das von kurzfristigen Maßnahmen wie Trinkwasserangeboten und Informationskampagnen bis hin zu langfristigen Veränderungen bei Grünflächen, Bauplanung und Wasserbewirtschaftung reicht. Viele Punkte sind als Prüfaufträge oder Entwicklungsziele formuliert.
Grünen-Gemeinderätin Susanne Kruse freute sich über dieses ausgearbeitete Klimaanpassungskonzept, „das jede Kommune jetzt erstellen muss auf Grundlage eines Bundesgesetzes“ (siehe Kasten). Darin seien viele Punkte festgehalten, wofür ihre Fraktion schon jahrelang gekämpft habe. Vieles sei in Grünwald noch nicht umgesetzt, wie etwa das Konzept der Schwammstadt. Schon in der Zeit, als man an diesem Konzept gesessen habe, sei hier in Grünwald die Ortsmitte noch komplett zubetoniert worden, ohne irgendwelche Versickerungsmöglichkeiten. „Wir haben keinen einzigen neuen Baum an der Stelle gepflanzt.“ Fünf Konzepte von Planungsbüros hätten einen Ort mit mehr Aufenthaltsqualität und mehr Schatten vorgeschlagen. Aus ihrer Sicht ist leider noch kein zeitlicher Horizont für eine solche Schaffung von Klimaoasen vorgesehen. Sie wünscht sich, dass in diesem Zuge mehr auf den Weg gebracht wird.
Ihre Parteikollegin Ingrid Reinhart-Maier sprach sich dafür aus, Trinkwasser einzusparen. Früher möge der Spruch „Wir haben ja die Isar“ gegolten haben. Heute aber helfe das im Zweifel nicht weiter. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass die gemeindliche Gärtnerei inzwischen für das Blumengießen nach Möglichkeit Zisternenwasser nutzt. Auf den Fußballfeldern im Freizeitpark ist ein solches Vorgehen aufgrund einer unterirdischen Bewässerung nicht möglich. Die Leitungen könnten durch einen Eintrag kleiner Teilchen Schaden nehmen.
Kritischer fiel die Einordnung bei Michael Ritz (FDP) aus. Er vermisste im Papier klare Aussagen zu Beginn und Priorität der Maßnahmen. „Das fehlt komplett“, so seine Einschätzung. Der Katalog beschreibe viele mögliche Ansätze, lasse aber offen, welche davon zuerst umgesetzt werden sollen.
Dass die Gemeinde Grünwald in vielen Bereichen bereits aktiv ist, das betonte Bürgermeister Jan Neusiedl in der Sitzung. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an Projekte wie auf der Rodungsinsel Wörnbrunn die saftigen Streuobstwiesen sowie die Blühwiesen im gesamten Gemeindegebiet. Auch die Aufwertung der Oberen Eierwiese nannte er als Beispiel. Ebenso hat er den Bereich rund um Gymnasium und Bauernmarkt nicht vergessen. Dort seien in den vergangenen Jahren Hunderte Bäume gepflanzt worden.
Der Maßnahmenkatalog zur Klimaanpassung ist recht offen gehalten. Neben kurzfristig umsetzbaren Punkten enthält er zahlreiche Vorschläge für spätere Jahre. Dazu zählen unter anderem der Ausbau von Grünstrukturen, die stärkere Nutzung von Regenwasser nach dem Prinzip der Schwammstadt, die Weiterentwicklung von Baumschutz und Pflege sowie organisatorische Ansätze für Hitzeperioden und Extremwetterlagen. Der Gemeinderat stimmte für die Umsetzung des Konzepts.
MARC OLIVER SCHREIB




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